von Wolfgang Rutter
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22. Januar 2026
Ein sauberer Whirlpool oder Swimspa sorgt nicht nur für Entspannung, sondern auch für Sicherheit und Hygiene. Doch viele Besitzer stellen sich die Frage: Ist Chlor wirklich die beste Lösung? Oder gibt es effektivere und hautfreundlichere Alternativen? In diesem Beitrag erfährst du, wie du dein Wasser optimal desinfizierst und welche Optionen es neben klassischem Chlor gibt. Warum ist die richtige Desinfektion so wichtig? Whirlpools und Swimspas verfügen im Vergleich zu klassischen Pools über ein deutlich geringeres Wasservolumen und werden gleichzeitig bei höheren Temperaturen betrieben. Diese Bedingungen begünstigen das Wachstum von Bakterien, Keimen, Algen sowie die Bildung von Biofilm in den Rohrleitungen. Ohne eine regelmäßige und fachgerechte Desinfektion kann das Wasser schnell kippen, trüb werden oder unangenehm riechen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Hautreizungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen deutlich an. Eine konsequente Wasserpflege ist daher die Grundlage für ein sicheres und hygienisches Badeerlebnis. Chlor – Der Klassiker unter den Desinfektionsmitteln Chlor gehört seit Jahrzehnten zu den am häufigsten eingesetzten Mitteln in der Wasseraufbereitung. Es überzeugt vor allem durch seine hohe Wirksamkeit gegen Bakterien und Viren, seine schnelle Reaktionszeit sowie seine gute Verfügbarkeit und den günstigen Preis. Trotz dieser Vorteile bringt Chlor auch Nachteile mit sich. Bei empfindlichen Personen kann es Haut und Augen reizen, die Haut austrocknen und einen typischen Geruch im Wasser verursachen. Besonders bei einer falschen Dosierung wird das Badeerlebnis häufig als unangenehm empfunden. Für Whirlpools liegt der empfohlene Chlorwert in der Regel zwischen 1,0 und 1,5 Milligramm pro Liter, um eine zuverlässige Desinfektion sicherzustellen. Chlorfreie Alternativen für Whirlpool & Swimspa Viele Whirlpool-Besitzer suchen nach sanfteren und geruchsneutralen Lösungen zur Wasserpflege. In den vergangenen Jahren haben sich verschiedene Alternativen etabliert, die je nach Anspruch und Nutzung eine attraktive Option darstellen können. Aktivsauerstoff (Oxygen) Aktivsauerstoff zählt zu den beliebtesten chlorfreien Methoden. Er ist nahezu geruchsneutral, gilt als besonders hautfreundlich und verursacht keine Reizungen der Atemwege. Viele Nutzer empfinden das Wasser als weicher und angenehmer auf der Haut. Allerdings ist diese Methode etwas kostenintensiver und muss häufiger nachdosiert werden, da die Desinfektionswirkung schneller nachlässt. In der Praxis wird Aktivsauerstoff häufig mit ergänzenden Pflegeprodukten kombiniert, um eine stabile Wasserqualität zu gewährleisten. Besonders für Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien ist diese Variante sehr gut geeignet. Brom – Die sanfte Alternative Brom funktioniert in seiner Wirkungsweise ähnlich wie Chlor, ist jedoch deutlich milder und bleibt auch bei hohen Wassertemperaturen stabil. Dadurch eignet es sich hervorragend für Whirlpools und Swimspas. Brom entwickelt weniger Geruch und bleibt auch bei einem höheren pH-Wert zuverlässig wirksam. Der etwas höhere Preis und die teilweise eingeschränkte Verfügbarkeit werden von vielen Anwendern durch den gesteigerten Badekomfort ausgeglichen. Vor allem Personen, die Chlor nicht vertragen, profitieren von dieser Alternative. Salzelektrolyse (Salzwasser-System) Bei der Salzelektrolyse wird dem Wasser eine geringe Menge Salz zugesetzt, aus der das System automatisch das benötigte Desinfektionsmittel erzeugt. Das Wasser fühlt sich besonders weich an und der Einsatz klassischer Chemikalien wird deutlich reduziert. Gleichzeitig sinkt der Pflegeaufwand, da die Dosierung automatisiert erfolgt. Allerdings sind die Anschaffungskosten höher und nicht jeder Whirlpool ist technisch für diese Lösung ausgelegt. Vor der Installation sollte daher geprüft werden, ob das System mit dem eigenen Gerät kompatibel ist. UV- und Ozonanlagen UV- und Ozonanlagen werden häufig als ergänzende Desinfektion eingesetzt. UV-Licht zerstört Keime beim Durchfluss des Wassers und hilft dabei, den Chemikalienbedarf zu senken. Ozon wirkt als besonders starkes Oxidationsmittel und baut organische Rückstände effektiv ab. Beide Systeme ersetzen jedoch keine vollständige Grunddesinfektion, sondern dienen als zusätzliche Unterstützung für eine optimale Wasserqualität. Die perfekte Kombination für kristallklares Wasser Für dauerhaft sauberes und hygienisches Wasser empfehlen Experten in der Regel eine Kombination mehrerer Maßnahmen. Eine zuverlässige Grunddesinfektion sollte immer mit einer regelmäßigen Filterpflege, einer kontinuierlichen Wasseranalyse und bei Bedarf mit moderner Zusatztechnik ergänzt werden. Auch die laufende Pflegeroutine spielt eine entscheidende Rolle. Der pH-Wert sollte regelmäßig kontrolliert und im idealen Bereich zwischen 7,0 und 7,4 gehalten werden. Ebenso wichtig ist die Überprüfung des Desinfektionsmittelgehalts, die Reinigung der Filter sowie das Entfernen von Schaum und Ablagerungen an der Wasseroberfläche. Wie oft sollte das Whirlpoolwasser gewechselt werden? Wie häufig das Wasser gewechselt werden sollte, hängt stark von der Nutzungsintensität ab. Bei privater Nutzung empfiehlt sich in der Regel ein Wasserwechsel alle zwei bis vier Monate. Wird der Whirlpool besonders häufig genutzt, kann ein kürzerer Wechselintervall von etwa sechs bis acht Wochen sinnvoll sein. Vor dem Neubefüllen sollte das Leitungssystem mit einem speziellen Reiniger gespült werden, um Biofilm zu entfernen, der sich im Laufe der Zeit unbemerkt in den Rohrleitungen absetzt und die Wasserqualität beeinträchtigen kann.